Hannelore Born

Hannelore Borns stiller, gleichwohl intensiver Bildkosmos, der vom heimatlichen Umfeld bis in viele Gegenden Europas reicht, ist in der eigenen Tradition unaufgeregter Kontinuität und souveräner Beherrschung der handwerklichen Mittel aufgehoben. Hinzu kommt eine großzügige Sichtweise, in der sie die Natur als erhabene Dimension, als Lebensraum reflektiert, ohne die Bindung zum Geschauten aufzugeben. Neben der anschaulichen Erfahrung ist die organische Durchdringung eine genau so wichtige Voraussetzung wie die sensible Beobachtungsgabe und ihr untrüglicher Sinn für die ursprüngliche Landschaftsgestalt. Licht, Wetterphänomene, Wasser und Wolken, ein Blütenblatt sind Erscheinungen, die sie einem malerischen Wandel unterwirft. Zwischen behutsam angelegter Sinnesempfindlichkeit, lyrischer Lebendigkeit und sich auflösender Gegenständlichkeit verarbeitet sie ihre Beobachtungen zu poetisch beschriebenen Darstellungen. Auch wenn der real erlebte Natureindruck als Ausgangserlebnis steht, geht es nicht um wieder erkennbares Abschildern, sondern vielmehr um eine Reduzierung des Sichtbaren, um die Befreiung von Nebensächlichem und eine ästhetische Farbumsetzung. Vergleichbar dem französischen Landschaftsmaler Camille Corot verfügt auch Hannelore Born über ein exzellentes Farbgefühl und ein Gespür für malerische Formen, was ihren Landschaftsbildern den hohen und überaus reizvollen Stimmungsgehalt verleiht. Im Gegensatz zu Corot ist sie jedoch bestrebt, die Zusammensetzung der Naturelemente nach der eigenen Empfindung im Bild nachzuvollziehen und von einer Naturerfahrung auszugehen, in der das kleinste Element zwar unverwechselbar erscheint, für die Bildwerdung aber von untergeordneter Bedeutung ist. (Text: Herbert Schirmer)


Hannelore Born, 1939 in Schlesien geboren | Studium und Tätigkeit als Finanzökonom | 1966-1971 Studium der Malerei an der Kunsthochschule Dresden | seit 1971 freischaffend als Malerin tätig | Durchführung von Malkursen/ Naturstudium | Förderung durch Käthe-Dorsch-Stiftung | Wohnort und Atelier in Neu-Buch/ Panketal